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Ein Brief an Gott

Lieber Gott,

ich hoffe, die Anrede “lieber” Gott ist nicht zu persönlich. Denn ich kenne Dich eigentlich nicht, aber so wie die Kirche sagt kennst Du mich, dein Schaf. Find ich schon komisch, dass wir Menschen Deine Schäfchen sind und Du unser Hirte. Aber mir soll es egal sein. Hauptsache wir sind alle zufrieden. Tja, und da kommen wir gleich an den eigentlichen Grund meines Schreibens an Dich. Ich möchte mich über Deinen Stellvertreter hier auf Erden beschweren. Ich wende mich gleich an Dich, weil Fragen und Gespräche mit deinen Gottesvermittlern, die ab und zu an meiner Haustür klingeln, ausweichend oder gar nicht beantwortet werden. Also, es geht um die Menschen, die soviel Not leiden auf der Erde. Die Kirche sagt, dass Du alle Menschen liebst. Aber warum gibt es dann so viele Menschen, die so entsetzlich leiden? Ein großes Leid könnte von der Menschheit genommen werden, wenn die Gläubigen zum Beispiel durch die Nutzung eines Kondoms verhüten dürften. Aber Dein Stellvertreter im Vatikan sagt, dass Du das nicht willst. Das finde ich blöd. Die Kondome würden sogar von Organisationen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Das ist doch was! Du brauchst nur zum Papst Benedikt XVI sagen, dass die Familienplanung mit Verhütungsmittel, speziell Kondome, in Ordnung geht. Der Erfolg kommt dann bestimmt bald. Apropo Familienplanung! Ich habe mal meinen Pfarrer gefragt, wo seine Frau ist. Da hat er gesagt, das Du es nicht möchtest, das er eine Frau hat. Aber da kann er doch gar keine kleinen Schäfchen machen! So ohne Frau, das stelle ich mir schwierig vor. Denk mal darüber nach. Vielleicht glauben dann doch noch ein wenig mehr Menschen, dass Du ganz okay bist. Das wäre auch gut für Dich, denn Deine Stellvertreter auf Erden haben einen ständigen Schwund an Schafen zu vermelden. Denn inzwischen schließen bei uns nicht nur Geschäfte sondern auch die Schafställe, äh Kirchen.

Lieben Gruß,

eines Deiner Schafe